Gemeinde Biebesheim am Rhein

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Geschichte


GeschichteNach bisherigen Erkenntnissen haben erstmals in der Jungsteinzeit im fünften Jahrtausend v. Chr. Menschen auf Biebesheimer Boden als Bauern gelebt.

Der Ort Biebesheim dürfte bereits im 6. Jahrhundert gegründet worden sein. Eine fränkische Ansiedlung des frühen Mittelalters kann in der Gemarkung auf jeden Fall angenommen werden, worauf Gräberfunde aus der Merowingerzeit (6.-7. Jahrhundert) in der Flur "Die Weingärten" und südlich des Ortes an der alten Straße nach Gernsheim hinweisen.

Erst im dem Urkundenbuch "Lorscher Codex" wird Biebesheim im 12. Jahrhundert erwähnt. Damaliger Name: "Bubenesheim".



In einem Urkundenbuch des Klosters Eberbach ist Biebesheim erstmals 1209 als "Bubelnsheim" erwähnt. In einer weiteren Urkunde, die ebenfalls aus dem Jahr 1209 stammt und in dem gleichen Urkundenbuch enthalten ist, finden wir die Schreibweise "Bubensheim".

Eine renovierungsbedürftige Biebesheimer Kirche wird bereits 1209 erwähnt, man kann daher davon ausgehen, dass bereits längere Zeit ein solches Gebäude vorhanden war. In katholischen Zeit - Biebesheim wurde 1535 reformiert- gab es in der Biebesheimer Kirche drei Altäre: St. Nicolai und Annae, Hlg. Sebastian und der Hlg. Katharina und Petri und Erasmi.
Die ab 1659 errichtete Notkirche wird, vier Wochen nach Ostern am Sonntag Kantate, eingeweiht. An diesem Sonntag wird, erstmals nach dem 30jährigen Krieg, die Biebesheimer Kirchweih (Biwesemer Kerb) gefeiert. Es zeigen sich bald Schwierigkeiten, so dass es zu Reibereien kommt und die Obrigkeit eine "Verwilligung" herausgibt, dass die Kerb alljährlich auf Rogate, vier Wochen nach Ostern, gehalten werde. Dies wird bis heute so beibehalten.



In Biebesheim gab es ein großes Fischwasser (Budde), das dem Kloster Lorsch gehörte. Erzbischof Wernher von Mainz belehnte 1272 damit Graf Dieter von Katzenelenbogen, der die Genehmigung erhielt dort eine Wasserburg zu errichten. Ob diese jemals gebaut wurde ist heute nicht mehr nachweisbar. 

Einweihung Schule LudwigstraßeBiebesheim gehörte zum Landgericht zum "Hohlen Galgen", bzw. "Erfelder Cent", zu dem 13 Dörfer zählten. Besitzer der Gerichts- und Hinrichtungsstätte waren die Brüder Albert und Gerhard von Wolfskehlen, die 1252 ihre Rechte an Mainz verkauften und sie wieder als Lehen erhielten.







Biebesheim wird um 1460 dem Amte Dornberg unterstellt, bei dem es bis 1832 geblieben ist. 1473 kam Biebesheim in den Besitz der Grafen von Katzenelnbogen. Das Dorf wurde von Dornberg aus regiert. Als Dornberg an den hessischen Landgrafen Heinrich III. fiel, wurde Biebesheim hessisch und ist es bis heute geblieben.

Zwischen 1572 und 1574 wurde die Biebesheimer Schule gegründet und durch die evangelische Kirche ein Schulgebäude errichtet. 


Dammwache 1919 Wachthäußchen Schlosswiese1628 zählte Biebesheim 560 Einwohner, hatte 116 Wohnhäuser und 366 Stück Vieh. Während des 30jährigen Krieges wurde Biebesheim 1635 in Schutt und Asche gelegt. Nur 19 Häuser, 33 Hausgesäße mit 90 Einwohnern überstanden den Einfall der kaiserlichen Truppen unter General Graf Gallas.
1828 wurde mit dem Rheindurchstich, zur Begradigung des Rheinlaufs am Geyer begonnen. 1829 wird der Neurhein eröffnet. Dadurch entstand die Rheininsel "Kühkopf".

1829 hatte das Dorf bereits 178 Wohnhäuser, 1156 Einwohner und 1172 Stück Vieh, die Bevölkerung ist überwiegend in der Landwirtschaft tätig.


1869 wurde die Ried-Eisenbahn Darmstadt-Gernsheim eröffnet und Biebesheim erhält eine Bahnstation.




1875 am 5. Oktober wurde der erste Zuchtviehmarkt abgehalten, der über 100 Jahre als "Biebesheimer Markt" gefeiert wurde. Der eingerichtet wurde nachdem weitsichtige Biebesheimer Zuchtvieh aus der Schweiz importiert hatten.

Vor dem 1. Weltkrieg waren es 2320 Einwohner die in 423
Häusern lebten. Davon waren 2260 evangelisch, 33 katholisch und 27 jüdischen Glaubens.

Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges zählte der Ort 2710 Einwohner. 229 Biebesheimer ließen in diesem Krieg ihr Leben. Englische Bomber griffen im August 1941 Biebesheim an. 1945 fielen nochmals Bomben auf Biebesheim.

Am 25. März 1945 wird Biebesheim kampflos durch Soldaten der US-Army eingenommen.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kamen nahezu 1000 Menschen als Evakuierte aus den Großstädten und aus deutschen Ostgebieten nach Biebesheim. Der Ort hatte nun 3733 Einwohner und 566 Wohnhäuser.

Nach der Währungsreform entwickelte sich die Gemeinde weiter: neue Ortsteile und Straßenzüge entstanden. Die Neubürger gliederten sich ein. Die Gemeinde entwickelte sich aus der Landwirtschaft über Handwerk und Handel zu einer Industriegemeinde.



1957 wurde der Grundstein für die Katholische Kirche St. Maria Goretti gelegt. Sie wird im März 1959 geweiht.
1958 kam der erste Gastarbeiter aus Italien zu einem Biebesheimer Unternehmen, nachdem bereits seit 1956 die ersten als Saison-Gastarbeiter in der Region tätig waren.
In den 70iger Jahren kamen die ersten türkischen Gastarbeiter nach Biebesheim.

Bei der Gebietsreform 1977 konnte Biebesheim seine kommunale Selbständigkeit behalten.
Seit den 90iger Jahren gibt es in Biebesheim eine Moschee, die "Ayasofia Camii".

Heute hat die zweitkleinste Gemeinde im Kreis Groß-Gerau ca. 6.500 Einwohner aus über 20 Nationen und beweist damit ihre Weltoffenheit, die sich auch in den bereits Jahrzehnten bestehenden Partnerschaften mit den Gemeinden Romilly sur Andelle in Frankreich und Palo del Colle in Italien zeigt.

Es gibt in Biebesheim am Rhein ein Heimatmuseum und auch mehrere heimatgeschichtliche Bücher, in denen man sich über die genauere Ortsgeschichte informieren kann.

 


 


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